OpenWRT HAMNET -work in progress-

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Die Idee zu diesem spannenden kleinen Projekt kam auf, als im Herbst 2013 einige OMs aus dem OV Passau an der Clubstation DL0PF am Oberhaus in Passau erste Tests mit dem neuen HAMNET Equipment machten. Der erste Access Point war testweise noch im ISM Band aktiv und der erste Client war der Windows PC an der Clubstation. Solange im ISM Band und mit Standard Bandbreiten gearbeitet wird, kann ja problemlos übliches WLAN Equipment genutzt werden, aber was ist nach Umstellung auf regulären HAMNET Betrieb?

Die in WLAN Adaptern verbauten Chips sind physikalisch oft in der Lage, ein wesentlich breiteres Frequenzspektrum als diejenigen des 2.4 GHz ISM Bands zu bedienen. Gerade die WLAN Chips des Marktführers Qualcomm Atheros könnten eigentlich auf Frequenzen zwischen 2.2 und 2.7 GHz arbeiten, die entsprechenden Implementierungen in Form des Superchannel Modus bei Mikrotik oder dd-wrt bzw. die Funktion des „Compliance Test“ Country Code bei Ubiquiti zeigen dies ja eindrucksvoll.

Dennoch sind die für HAMNET benötigten Frequenzen so gut wie allen anderen WLAN Geräten erstmal gesperrt. Prinzipiell ist das ja auch gut so, sonst könnten ja Fehlkonfigurationen leicht zu illegalen Aussendungen von nicht Befugten außerhalb des ISM Bandes führen. Der Hersteller Ubiquiti hat ja im Rahmen der Veröffentlichung der AirOS Software 5.5.8 für erheblichen Unmut in der HAMNET Gemeinde gesorgt, da hier erstmals der erweiterten Frequenzen und damit der Einsatz im Rahmen des HAMNET erschwert bzw. verhindert wurde.

Unter Windows sieht es bezüglich alternativer Möglichkeiten sehr schlecht aus, die Treiber incl. Firmware für Onboard Adapter und WLAN USB Sticks werden üblicherweise nur im Binärformat veröffentlicht, eine Möglichkeit zur Freischaltung der HAMNET Frequenzen ist damit erstmal verbaut.

Unter Linux sieht die Situation etwas besser aus, da für viele WLAN Chipsätze Open Source Treiber existieren, die auch modifiziert werden können. Die Hürde ist aber auch hier nicht allzu niedrig, es bedarf schon einiger Erfahrung in der Linux Programmierung und dem Umgang mit den entsprechenden Werkzeugen, um eine so tiefliegende Änderung vorzunehmen. Hans DL9RDZ hat sich an diese Änderung herangetraut und entstanden ist dabei eine eigenständige OpenWrt-basierte Firmware für zunächst zwei Micro-Router Modelle, die in Bastlerkreisen sehr beliebten Modelle MR3020 und WR703n des Herstellers TP-Link.

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Stefan Dambeck, DC7DS